Video, KI & Sound · 2026

Schillers „Glocke“ in 3 Minuten sichtbar machen

Im Deutschunterricht der E-Phase sollten wir ein Gedicht vortragen und mit Bild und Musik unterlegen. Mein Vater hat mir „Die Glocke“ von Friedrich Schiller vorgeschlagen – ein echter Klassiker mit 19 Strophen, den ich auf seinen emotionalen Kern komprimieren musste.

Aufgabe
Gedichtvortrag mit Video & Sound, Deutsch E-Phase
Meine Rolle
Textanalyse, Storyboard, Prompting, Sprecherin & Schnitt
Zeitraum
Schulprojekt, Frühjahr 2026
Werkzeuge
Obsidian, Gemini Omni Flow, Gemini Lyra, Shotcut

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Die Aufgabe

Für unser Deutschprojekt am Gymnasium ging es darum, nicht einfach nur ein Gedicht auswendig aufzusagen, sondern eine echte audiovisuelle Atmosphäre zu schaffen. Die große Herausforderung lag in der Länge: Schillers „Das Lied von der Glocke“ hat ganze 19 Strophen, aber die Vorgabe für unser Video lag bei exakt drei Minuten.

Ich musste also einen Weg finden, das Werk so zu kürzen und zu verdichten, dass die eigentliche Aussage und die starken Bilder des Gedichts erhalten bleiben, ohne dass die Story abgehackt oder unvollständig wirkt.

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Womit ich mich beschäftigt habe

Um ein Gefühl für die Struktur zu bekommen, habe ich mir das Gedicht zuerst klassisch auf Papier ausgedruckt. Mit Textmarkern habe ich dann System reingebracht: Alles, was visuell im Video passieren soll, wurde blau markiert, und alle klanglichen oder musikalischen Akzente habe ich gelb hervorgehoben. An den Rändern habe ich meine ersten Notizen gesammelt.

Damit diese Zettelwirtschaft nicht im Chaos endet, habe ich mein Notebook aufgeklappt und alle markierten Zeilen sowie meine Gedanken digital in Obsidian erfasst. So konnte ich die Struktur viel besser hin- und herschieben und den dreiminütigen Kern herausarbeiten.

Ausgedrucktes Gedicht mit blauen und gelben Textmarkierungen sowie handschriftlichen Notizen
Meine erste Arbeitsphase am Esstisch: Blau steht für Videosequenzen, Gelb für Klang- und Soundideen. Aus diesen Notizen entstand mein digitaler Projektordner in Obsidian.

Mir ist schnell klar geworden: Wenn man 19 Strophen auf drei Minuten staucht, muss jede Bildsequenz absolut präzise sitzen und sofort eine Stimmung vermitteln.

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Storyboard und Bildsprache

Bevor ich auch nur einen einzigen KI-Prompt geschrieben habe, wollte ich ganz genau wissen, wie der Ablauf bildlich funktionieren soll. Deshalb habe ich die gesammelten Informationen aus Obsidian genommen und ein eigenes Storyboard per Hand gezeichnet.

Das Storyboard war mein roter Faden: Von den Gesellen am Feuer über die Kirchenglocken bis hin zu den dramatischen Hausbränden konnte ich so testen, ob der Übergang zwischen den Szenen auch ohne Worte logisch und dynamisch wirkt.

Handgezeichnetes Storyboard mit einzelnen Szenen zum Gedicht Die Glocke
Mein selbst gezeichnetes Storyboard für den schnellen Überblick: Erst als die Kameraperspektiven auf dem Papier funktionierten, ging es an die Generierung.

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Entscheidungen im Produktionsprozess

Bei der technischen Umsetzung habe ich mich für einen klaren, strukturierten Workflow entschieden, damit Bilder, Sprache und Sound später im Schnitt zusammenpassen:

  • Detail-Prompts für jede Szene in Obsidian. Bevor ich Gemini Omni Flow gestartet habe, habe ich zu jeder einzelnen Szene und Kameraperspektive einen präzisen Prompt vorformuliert und direkt in meinem Obsidian-Projektordner abgespeichert.
  • Fixer 8-Sekunden-Takt in Gemini Omni Flow. Um ein ruhiges, gleichmäßiges Pacing zu behalten, habe ich ausnahmslos alle generierten Videoclips auf exakt acht Sekunden fixiert.
  • Maßgeschneiderter KI-Sound mit Gemini Lyra. Statt fertige Stockmusik zu nutzen, habe ich die Hintergrundmusik passend zur Dramatik der jeweiligen Abschnitte selbst gepromptet und mit Gemini Lyra erzeugen lassen.
  • Eigene Sprachaufnahme abschnittsweise. Ich habe das gekürzte Gedicht selbst eingesprochen. Damit ich im Schnitt flexibler bin, habe ich jede Strophen-Sequenz einzeln aufgenommen und als M4A-Datei abgespeichert.

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Das Ergebnis

Nachdem ich alle Bildsequenzen, Soundtracks und M4A-Sprachdateien beisammen hatte, habe ich alles in dem Schnittprogramm Shotcut zusammengeführt. Es hat einiges an Feinjustierung gekostet, bis der Rhythmus meiner Stimme exakt mit den 8-Sekunden-Clips und der Musik von Gemini Lyra synchron lief.

Das fertige Video: Drei Minuten Schillers „Glocke“, visualisiert mit Gemini Omni Flow, vertont mit Gemini Lyra und geschnitten in Shotcut.

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Was ich anders machen würde

Wenn ich mir das fertige Video heute anschaue, gibt es einen Punkt, der mir visuell etwas unstimmig auffällt: Die Charaktere, vor allem der Meister und die Gesellen, verändern sich von Szene zu Szene leicht in ihrem Aussehen.

Erst nach der Abgabe habe ich gelernt, dass man Charaktere in Gemini Omni Flow fest definieren und durch ein einfaches @-Zeichen im Prompt dauerhaft verknüpfen kann. Beim nächsten Projekt würde ich diese Funktion von Anfang an nutzen, damit die Personen über die gesamten drei Minuten hinweg absolut identisch aussehen.